Sie befinden sich auf: >Unternehmen > Historie

Historie

Die "Urzelle" des Waldkrankenhauses Köppern errichtet 1901

Die Geschichte von Vitos Hochtaunus wurde auf Schautafeln zusammengetragen und ist zudem in dem Buch "In waldig-ländlicher Umgebung ..." im Euregio Verlag erschienen (siehe http://euregioverlag.de/shop/produkt/9-ChristinaundSiefert-Vanja- )

Die Schautafeln zum Download finden Sie hier 

Anfänge als fortschrittliche psychiatrische Einrichtung

Die Anfänge von Vitos Hochtaunus gehen auf die Gründung einer „Agricolen Colonie“ durch Prof. Emil Sioli am 1. April 1901 im Köpperner Tal (Friedrichsdorf) zurück. Diese „Urzelle“ des heutigen Vitos Waldkrankenhaus Köppern sollte die damals überfüllte Frankfurter „Anstalt für Irre und Epileptische“ entlasten und vor allem „Alkoholisten“ sowie „leicht psychisch Kranke“ aufnehmen. Die Arbeit in der Landwirtschaft, deren heilsamer Einfluss in der Strukturierung des Tagesablaufs mit körperlicher Arbeit, regelmäßigen Mahlzeiten und Zerstreuungen am Wochenende bestand, wurde als Gegengewicht zu den „Verwirrungen des Geistes“ gesehen. Zugleich erlebten die Patienten in Köppern ein Ausmaß an Freizügigkeit und Eigenverantwortung, wie es ihnen in der Hauptanstalt in Frankfurt am Main versagt geblieben war. 

Pflegeheim und "Ausweichkrankenhaus"

1934 übernahm die Frankfurter Stiftung „Hospital zum Heiligen Geist“ die „Frankfurter Pflegeanstalt Köppern“ und versorgte hier alte Menschen. Zu Beginn des 2. Weltkrieges ging an die Stiftung die Anweisung, Teile der Pflegeanstalt zu Lazarettzwecken freizumachen. Etwa 350 alte und häufig bettlägrige Pfleglinge wurden daraufhin in andere Einrichtungen verlegt. Ein Teil dieser Menschen überlebte die Transporte nicht. 1943 wurde die Pflegeanstalt auf staatlichen Befehl zur „Krankenhaussonderanlage Aktion Brandt - Anlage Köppern“ mit 550 Betten umgebaut. Dr. Karl Brandt, Leibarzt von Adolf Hitler, leitete die Schaffung von Ausweichkrankenhäusern für bombardierte Großstädte. Infolge der Umschichtungen zugunsten verletzter Soldaten und für die Kriegsindustrie „wertvoller“ erkrankter Arbeitskräfte gerieten vor allem chronisch psychisch Kranke und alte Menschen an den Rand aller Versorgungsmaßnahmen. Transporte, die den älteren Pflegebedürftigen zugemutet wurden, und die pflegerische Vernachlässigung der alten Bewohner bei deutlicher Nahrungsreduktion entsprachen dem damaligen politischen Willen, der neben der Ermordung psychisch Kranker auch die Tötung alter Menschen zum Ziel hatte. Forschungen legen den Verdacht nahe, dass in Köppern Medikamente missbräuchlich appliziert und Operationen verantwortungslos durchgeführt wurden.

Vom Allgemeinkrankenhaus zurück zur Psychiatrie

Unter der Trägerschaft des „Hospitals zum Heiligen Geist“ bestand die Einrichtung als Allgemeinkrankenhaus nach dem 2. Weltkrieg fort. Erst 1967 übertrug die Stadt Frankfurt die Köpperner Einrichtung an den Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen, der das Waldkrankenhaus Köppern fortan wieder in eine psychiatrische Klinik umwandelte. In den letzten Jahrzehnten kam es bei Verbesserung des ambulanten und teilstationären Angebotes zu einem Bettenabbau, zur Differenzierung des therapeutischen Angebotes und im Jahr 1976 zur Gründung der Klinik Bamberger Hof, der ersten Außenstelle innerhalb des LWV Hessen. 

1998 schlossen sich die Fachkliniken für Psychiatrie und Psychotherapie Waldkrankenhaus Köppern und Klinik Bamberger Hof zum „Zentrum für Soziale Psychiatrie (ZSP) Hochtaunus gGmbH“ zusammen, das im Jahr 2000 mit der gerontopsychiatrischen Tagesstätte Haus Bornberg um eine weitere Betriebsstätte ergänzt wurde. 

Seit 2009 firmiert das ZSP Hochtaunus unter der Bezeichnung „Vitos Hochtaunus gemeinnützige GmbH“. Die aus dem Landeswohlfahrtsverband LWV Hessen ausgegliederte Holding Vitos GmbH stellt mit ihren zwölf Tochtergesellschaften Hessens größten Anbieter sozialpsychiatrischer Dienstleistungen dar.